Stories & Evolution

Cheers Freunde,
heute mal wieder etwas Real-Talk. Ich glaube ich brauche diesen Post selber zu sehr, denn ich muss mir über einiges klar werden. Am 09.09. wird STEIMER ART ein Jahr alt. Drei Stories und ein Gedichtband sind bisher draußen, drei weitere Stories und ein Gedichtband liegen ‚fertig‘ hier rum und ich hab in diesem Jahr mit all diesen alten Stories sehr oft gearbeitet, eine Sache ist mir dabei aufgefallen, über die ich fast schmunzeln muss.

Ich sagte damals, als ich so wirklich mit CHRISTINE anfing, dass ich erstmal so gut das Schreiben lernen musste, damit etwas dabei rauskommt, was ich selbst auch wirklich Schreiben nennen konnte. Jedoch, nun, sechs Kurzgeschichten später stelle ich eine Sache fest: Ich schreibe, drei Jahre nach IN THE SUMMERTIME, komplett anders. Ich sage manchmal so scherzhaft: »Wieviel Handlung passt auf 24 Seiten einer Kurzgeschichte? Richtig. Keine.« Die Meisten wissen jetzt wovon ich rede, ich schreibe anders, es gibt durchaus Stories wo einiges passiert, jedoch nimmt die Handlung nur einen kleinen Teil dessen ein, was eigentlich erzählt wird. Der Fokus wechselte von der Geschichte mehr zu den Gedanken, den Emotionen der Protagonisten, zu deren Seelenleben. Es geht weniger darum, die große Story, die es ja eigentlich gibt, voranzutreiben.

Nun bin ich ja seit DRY MARTINI an dem Punkt, wo die Erste Phase abgeschlossen ist und die BLAKE STORIES folgen werden, die ich schon vor ein, oder zwei Jahren angefangen habe und somit den kompletten ersten Teil schon fertig habe. So. Und da setzt nun mein Problem ein. Und ich versuche, während ich das hier schreibe mir auch darüber klar zu werden. Soll es Kurzgeschichten geben, die die Story voran treiben und ich auf das pfeife, was ich lyrisch erreicht habe, oder bleibe ich meinem Motto treu und hau die 50 geschriebenen Seiten einfach zum Teufel. Mein Motto lautet eigentlich: Keine Schlechte Schreibe. Und wenn ich mich durch die Seiten lese, BLAKE STORIES, HONEY DON’T YOU CRY, steigt in mir der Drang das alles zu löschen.

Klingt extrem, ich weiß, aber umschreiben ist da tatsächlich nicht drin, denn alles was ich schreibe, kommt erst beim schreiben, da gibt’s kein Plan, das sind keine Legosteine, die man einfach zusammensetzt. Wenn dann, alles einstampfen und von vorne beginnen. Ich denke in letzter Zeit viel darüber nach, eigentlich sollte schon längst das Cover für IF BIRDS COULD CRY fertig sein, ich wollte längst mit den BLAKE STORIES weiter sein, mit FIGHTIN‘ BLUE. Doch ich steh hier an dem Punkt und weiß ehrlich gesagt nicht weiter. Ich glaube dieser Stil, der sich hier über die letzten Jahre entwickelte, könnte man getrost als meinen eigenen Stil bezeichnen, oder zumindest würden es viele tun. Wie ich die Dinge beschreibe, die Emotionen und das Tiefste was meine Protagonisten ausmacht und prägt und will ich das wirklich aufgeben? Oder will ich mir selbst gerecht werden (und wer mich kennt, weiß zu gut was damit gemeint ist und was für einen Stellenwert das hat).

Auf der anderen Seite werfe ich Monate der Arbeit und Wochen des Schreibens faktisch in den Schredder. Wäre allerdings nicht das erste Mal, das ne fast fertige Story im Müll landet. Anders als viele andere Leute notiere ich mir keinerlei Handlungsstränge, mein Notizbuch ist gefüllt mit Gedanken, nicht mit Handlung. Alles was passierte, alles was in meiner Welt passieren wird, existiert stets in meinem Kopf. Das wäre nicht das Problem. Die Frage lautet kurz und knapp: Soll es Stories geben, die die große Handlung voran treiben, oder will ich dem gerecht werden, was ich als Autor erschaffe und eben auch erschaffen will und muss? Und wenn man die Frage so stellt, ist die Antwort ziemlich einfach und ist eigentlich jedem klar… scheiße, selbst mir.

In diesem Sinne, ich brauch ’n Drink.
Euer,
J.

1 Kommentar zu „Stories & Evolution“

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